Regionalliga: SF Buer – WD Borbeck 4 : 4

Am Sonntag wollten die Schachfreunde Buer nach zwei Niederlagen die ersten Punkte in der Regionalliga einfahren. Die Chancen standen gut, denn bei Borbeck fehlten mit Loyen und Deventer Brett 1 und 6, so daß die beiden ersten Bretter der 2. Mannschaft Patrick Friedrich und Carsten Kindermann aushelfen mußten.
Am 1. Brett wählte Gerd Große-Frintrop gegen Peter Gümpges den „Sniper“, so daß relativ schnell beide Spieler viel Zeit verbrauchten. Nach einer Stunde waren fast alle Stellungen ausgeglichen. Allerdings konnte am 5. Brett Andre Matzat den schwachen Bauern e4 belagern und bald erobern, so daß Knut Andersen eine undankbare Verteidigungsaufgabe im Turmendspiel hatte. Dafür besaß Siegfried Wilbert am 6. Brett ebenso großen Vorteil gegen Clemens Pötter, dessen schwacher b7-Bauer dem Tode geweiht war. Um 16 Uhr ging nach 19 Zügen die Partie zwischen Michael Baar und Carsten Kindermann remis aus ½ – ½..
Eine Stunde später besaß Thomas Kaiser einen Mehrbauern und eine deutlich bessere Stellung, zumal Michael Hillebrand mittlerweile nur noch von seinem Inkrement lebte. Jens Klasmeier am 4. Brett hatte im 23. Zug seinen Turm auf a3 disloziert. Dies nutzte Helmut Schorra postwendend zum Qualitätsgewinn und anschließenden Angriff aus. An Brett 7 hatte Patrick Friedrich gegen Oliver Kreitling deutlichen Vorteil, während sich Knut Andersen mittlerweile vom gegnerischen Druck befreit und eine ausgeglichene Stellung erreicht hatte. Am Brett 6 hatte Siegried Wilbert mittlerweile den ganzen Púnkt eingefahren 1½ – ½. Zu diesem Zeitpunkt war ein 5 : 3 für Buer wahrscheinlich.
Doch in der folgenden Stunde durchlebten die Zuschauer ein Wechselbad der Gefühle. Zunächst unterliefen Thomas Kaiser mehrere schwächere Züge und mit einem Mal stand Michael Hillebrand auf Gewinn, den er sich auch nicht mehr aus der Hand nehmen ließ. Am 1. Brett hatte Peter Gümpges seinen Mehrbauern behauptet und mit seinem starken schwarzfeldrigen Läufer Druck gegen die löcherige schwarze Königsstellung aufgebaut. Um 17:35 gab Jens Klasmeier gegen Helmut Schorra auf 2½ – ½. Patrick Friedrichs Turm war mittlerweile ebenfalls auf Abwege geraten und Oliver Kreitling besaß auf einmal Gegenchancen. Am 1. Brett übersah Gerd Große-Frintrop ein Qualitätsopfer und so stand es um 17:50 2½ – 1½. Um 18:10 gaben Thomas Kaiser und Patrick Friedrich ihre hoffnungslosen Stellungen auf 3½ – 2½. Am 5. Brett waren um 18:40 alle Figuren und Bauern abgetauscht worden 4 – 3.
Viebahn - Renk 50w Nun ruhten die Essener Hoffnungen auf Dirk Viebahn, der gegen Christop Renk ein gleichstehendes Läuferendspiel weiterspielte. Um 19:30 hatte sich nach dem 50. weißen Zug folgende Stellung ergeben.Hier hätte Christoph mit 50 … g4 51. Lf4+ Kd7 52.b4 Le7 zum Remis abwickeln können, da 53 dxc6 Kxc6 54. b5++ axb5 55. axb5+ Kb7 nicht zu fürchten ist. Stattdessen folgte das Bauernopfer 50 … f4+ um einen Freibauern zu bilden. 51. gxf4 g4 52. Le1 Kd6 53. dxc6 Kxc6 54. b4 Ld8 55. b5+ axb5 56. axb5+ Kd7 57. Kd5 Lb6 58. Lg3 Lg1.
Viebahn - Renk 58s Hier zeigt sich das schwarze Dilemma, die beiden Freibauern auf b5 und f4 lassen sich nicht gleichzeitig bremsen.
59. f5 Lxh2 60. Lxh2 h4 61. Ke4 und Schwarz gab auf. Mit dem Endstand von 4 – 4 können beide Mannschaften leben, obwohl zwischenzeitlich andere Ergebnsise möglich gewesen wären. Letztendlich hatten beide Mannschaften glückliche Siege eingefahren.
Wilbert - Pötter 17s In der Partie Wilbert – Pötter profitierte Weiß von einer möglichen Springergabel, um die b-Linie zu besetzen. Hier spielte Weiß natürlich 17. Txb4 Te8 18.Tb6 f5 19. e3 Dd7 20.Db3 und der Bauer b7 war ein Kind des Todes, da nicht beide Schwächen d6 und b7 gleichzeitig gedeckt werden können. 22 Züge später hatte Schwarz kurz vor der Zeitkontrolle mit 39 … Tc5xd5? den materiellen Ausgleich wieder hergestellt.
Wilbert - Pötter 39sEr stellte allerdings betrübt fest, daß nach 40 d4 der schwarze Turm keine Felder mehr hat und druch Kc3-b4 nebst Sb6 abgeholt wird. 40… Kg7 41. Kc3 Kf6 42. Kb4 Txd4 43. exd4 d5+ 44. Kb5 dxc4 und Schwarz gab 3 Züge später auf. Allerdings hätte auch der bessere Zug 39 … Tc8 Schwarz nicht gerettet, da Weiß mit 40. Td7 den Bauern d6 erobert und leicht gewinnt.

Gümpges - Große-Frintrop 21s In der Partie Gümpges – Große-Frintrop ließ Schwarz mit 21 … Txd5 eine gute Möglichkeit aus und strauchelte später in den auftretendem Verwicklungen. Mit 21 … Sxh3+ 22. gxh3 Txd5 (erst jetzt) 23. Lxg7 Dg5+ 24. Dxg5 Txg5+ 25. Kf1 Kxg7 hätte Schwarz vorteilhaft vereinfachen und ein besseres Endspiel anstreben können, in denen Weiß aufgrund der schwachen Bauern Probleme hat.
Gümpges - Große-Frintrop 31s 9 Züge später hatte sich diese Stellung ergeben. Hier hätte Weiß mit 31. Txe6 die Stellung vereinfachen und nach 31… fxe6 32. De4 Df7 33. Dxd3 Dxf6 34. c5 ein deutlich besseres Endspiel erhalten können. Nach 31. a4 Dd6 32. Tce1 hätte Schwarz mit Td1 einen Turm abtauschen sollen. 32 … Dd7 33. Te5 Td4 34. Dg3
Gümpges - Große-Frintrop 34wNach 34 … Tdxc4? konnte Weiß die Partie mit einem Mattangriff beenden. 35. Txe6 fxe6 36. Dxg6+ Kf8 37. Dh6+ Kg8 38. Dh8+ Kf7 39. Dg7+ Ke8 40. Dg8# Zu den Pechvögeln des Tages zählten neben Christop Renk auch Thomas Kaiser und Patrick Friedrich.

Kaiser-Hillebrand 25s In einem Botwinnik-Aufbau (A36) hatte Schwarz mit 18 … b5 einen Bauern geopfert. Nach dem ungestümen 25 … g5 besitzt Thomas großen Vorteil, hatte allerdings nur noch 10 Minuten auf der Uhr, während Michael nur noch vom Inkrement lebte. Es folgte 26. De2 gxf4 27. Sxf4 Db3 Plötzlich scheint Schwarz Schwarz Gegenspiel am Damenflügel zu besitzen.
Kaiser-Hillebrand 28sUm die Gefahren zu bannen, spielte Thomas 28. Dc2 und geriet peu à peu vom Regen in die Traufe. 28 … Dxc2 29. Txc2 fxe4 30. Tf2 (Mit 30. Se6 exd3 31. Td2 konnte Weiß immer noch Vorteil behalten.) 30 … Le5 31. Se6 Te7 32. Td2? (32. Sd8 nebst a5 gibt Weiß immer noch Ausgleich) 32 … Te7! 33. Sd8 Tg7+? (besser 33 … Lf6 gefolgt von Te7+ mit Springerfang, denn nach 34. Sc6?? folgt Te2+) 34. Kf3 Tg3+ 35. Ke4
Kaiser-Hillebrand 35w Hier brachte sich Schwarz mit 35 … Txh3? in Gefahr, denn nach 36. Sc6! erhält Weiß am Damenflügel starke Freibauern, während der schwarze Tripelbauer die gegnerischen Figuren einschränkt. Aber bei knapper Zeit spielte Weiß 36. Txd3? und nach 36 … d5+ 37 Kxe5 Txd3 38 Sc6 Tb3 39 Sxd4 Txb2 40 a5 h5 41 Kxd5 h4 42 Kc6 h3 43 Sf3 Tf2 war die Partie gelaufen.

Friedrich - Kreitling 36WPatrick Friedrich hatte sich eine aussichtsreiche Stellung aufgebaut. Hier hätte er mit 36. Sxd5! den Sack zumachen können 36 … Txd5 37. Dxd5 Lxb5 38. Le3 Lc6 39. Dd8+ Df8 40. Th5 (erst jetzt) Le4 41. Dg5 Tg6 42. Td8 Txg5 43. Txf8 Lxf8 44. Txg5 und die Qualität setzt sich einfach durch. Aber nach 36. Th5? f6 37. Txf5 Lg6 war der Vorteil weg.
Friedrich - Kreitling 38W Bei knapper Zeit wählte er leider mit 38. exf6 Te2+ 39 Kf1 De4 40. Lf2 Lxf5 41 Td1 Tc2 den weg zum Schafott. Nach 38. Sxd5 Df7 39. Se3 Lf8 40. Db1 Dh7 41 Th1 Df7 42 De4 befindet sich die Stellung immer noch im Gleichgewicht.

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