Ein glücklicher Sieg: SK Sodingen – SG Niederkassel 4,5 : 3,5

Am Sonntag stand in Sodingen der letzte Schiedsrichtereinsatz für diese Saison an. Mit einem Sieg konnte der SK Sodingen den 3. Tabellenplatz halten, während für die Gäste noch Abstiegsgefahr bestand. Dies hing von den Ergebnissen der Kämpfe Gerresheim – Iserlohn und Neuenkirchen – Herford ab. Beide Mannschaften konnten komplett antreten. Während Niederkassel auf das Spitzenbrett IM Seel verzichtete, spielte bei Sodingen Jörg Kähmann anstelle von Peter Traszka.

Der Kampf begann verhalten und allen Brettern entstanden ausgeglichene Stellungen. Allerdings verbrauchte am 1. Brett Carsten Stanetzek in einem Rossolimo-Sizilianer bald viel Zeit gegen Christopher Graw, der relativ zügig spielte. Dafür war an Brett 6 Georg Waldschmidt schon nach 6 Zügen in tiefes Nachdenken versunken, um den ungewöhnlichen Aufbau seines Gegners zu bestrafen. Auch Bernhard Schippan verbrauchte am 4. Brett viel Zeit gegen den altindischen Aufbau von Guido Schracke. Ralph Sandkamp an Brett 2 erreichte mit einem Bauernopfer gegen den Dameninder von Holger Riedel eine sehr angenehme Stellung.Bussard - Wickenfeld 15s Stefan Wickenfeld am 5. Brett hatte schnell gegen Christian Bussard ausgeglichen und konnte seine Stellung langsam verstärken. Hier hätte er die Position des Läufers g6 ausnutzen und mit 16… Sa4 17. Sb3 Sxb2 18. Sa5 Sd3 19. Ted1 Ld8 20. Lxd3 Lxd3 21. Txd3 Lxa5 erste Beute machen können. Stattdesen spielt er 16 … h5 und nach 17. f4 h4 18.f5 Lxf5 19. Txf5 hxg3 20. hxg3 Ld6 besaß er die bessere Stellung. Im weiteren Verlauf verdoppelte er auf der e-Linie und erhielt nach 28.g4 (Diagramm) Bussard - Wickenfeld 28s mit 28… Sf6 29. g5 Sh7 30. Sg4 Sxg5 31 Te3 Txe3 32 Sx3 Lg3+ eine gewonnene Stellung. Nach dem 47. Zug gab sein Gegner auf, so daß Sodingen um 13:40 mit 1- 0 führte. Mit diesem Sieg war Stefan damit der Top-Scorer der Liga. Bernhard Schippan einigte sich mit seinem Gegner nach 25 Zügen auf Remis. An fast allen anderen Brettern waren die Stellungen ausgeglichen. Dafür war Christopher Graw mittlerweile in Bedrängnis gekommen.

Stanetzek - Graw 22sNach 22. Tc1 (Diagramm) hatte sich eine verwickelte Stellung ergeben und Weiß nur noch eine Viertelstunde gegen Christophers Zeitpolster von über 80 Minuten. Mit 22. f5 23 exf5 e4 24 g4 (besser f4!) Sd6 25. Sxc5 Sxc4 26 Txc4 exf3 27 Kf1 Lxd5 28 Tc1 Kb5 29. b4 (Diagramm) Stanetzek - Graw 29s hatte Christopher eine gute Stellung und Weiß nur noch 3 Minuten auf der Uhr. Hier hätte er mit 29… Le7 fortsetzen sollen und hätte dann besser gestanden. Stattdessen führte das Schlagen des Bauern mit 29… Kxb4 in den Orkus, denn die weißen Figuren wurden plötzlich sehr aktiv. 30. Ta4+ Kb5 31. Tb1+ Kc6 32. Tb6+ Kc7 33. Lf4+ Ld6 (Diagramm) Stanetzek - Graw 34w Mit 34. Sxb7 fand Weiß eine starke Fortsetzung. Hier hätte Schwarz mit 34… Lxf4 fortsetzen sollen und wäre nach 35. Sxd8 Le3 36.Te6 Lxe6 37. Sxe6+ Kd6 38. Ta3 in einem Endspiel mit einem weißen Mehrbauern gelandet. Stattdessen führte 34… Lxb7 35 Tc4+ Kb8 36. Lxd6+ Ka8 37 Tc7 zum Verlust im 43. Zug. Damit stand es um 13:55 1,5 : 1,5.. Auch am 3. Brett war die Lage kritisch für Sodingen geworden.

Mende - Langers 20sAlexander Langers hatte am 3. Brett gegen Andreas Mende im angenommenen Katalanen lange Zeit eine ausgeglichene Stellung gehabt, aber mit 18 … a4 zu ehrgeizig gespielt. Nach 19. Sa5 La8 20. Sec6 hat Weiß die Stellung fest im Griff und Schwarz keine sinnvollen Züge mehr. Nach weiteren zwei Zügen machte die Stellung noch weniger Freude, so daß Niederkassel um 14:00 plötzlich 2,5 : 1,5 führte. Allerdings unkte ein gegenerischer Spieler, daß Niederkassel keine Auswärtspunkte machen würde, sondern in der nächsten Saison nur noch Heimspiele bestreiten wolle. Zu diesem Zeitpunkt war ein Sodinger Sieg aber noch nicht wahrscheinlich, denn an den anderen Brettern warnen die Stellungen immer noch ausgeglichen und Georg Waldschmidt lebte nach 25 Zügen bei nur noch einer Minute auf der Uhr vom Zeitzuschlag.

Kähmann - Gülsen 34sSo endete die Partei am 7. Brett zwischen Jörg Becker und Christopher Wilcke um 14:15 Remis 2,0 : 3:0. Doch Jörg Kähmann hatte in einem Stonewall-Holländer mit dem Vorstoß 34. d5 Vorteil erlangt. Hier mußte Schwarz mit 34… Te7 seine Dame decken. Stattdessen setzte Schwarz schwach mit 34…Lf8? fort und nach 35. Te2 brachte der Gegenangriff 35… Da4 nichts ein. 36. Txe6 Dc2+ 37. Kh3 Tb8 38. Te3 (Diagramm) Kähmann - Gülsen 38s Nach dem weiteren Fehler 38… Dc1? 39. Df4 Tb6 40. Df2 hatte Weiß die Zeitkontrolle geschafft und gewann nach 40… h5 im Mattangriff. Damit hatte Sodingen ausgeglichen 3,0 : 3,0. Georg Waldschmidt hatte ebenfalls die Zeitkontrolle geschafft und sich gegen 15:15 mit seinem Gegner auf Remis geeinigt 3,5 : 3,5.

Sandkamp - Riedel 38wRalph hatte auf d6 einen Bauern erbeutet und hatte die Wahl, mit 28. Txd6 ein Turmendspiel mit einem Mehrbauern anzustreben. Er entscheid sich im Gewinnsinne für das Figurenopfer 28. Txf7+, das ihm drei Bauern für den Springer einbrachte. Sein Gegner verteidigte sich zäh und Weiß konnte nur geringe Fortschritte machen. Nach dem Turmtausch im 62. Zug war Schwarz dem Unentschieden näher gekommen. Dies hatte allerdings Zeit gekostet. Sandkamp - Riedel 67s Aber im 71. Zug unterlief ihm mit 71… Ld2-c3 ein folgenschwerer Fehler und nach 72. e6! Lb4 73. h6+ Kxh6 74. Kf6 La3 75. Kf7 mußte Schwarz um 16 Uhr aufgeben. Dabei ist die Stellung laut Endspieldatenbank remis. Nach Zügen wie Le1, Lb4 oder La5 gelangt der Läufer nach dem Vorstoß e6 auf die Diagonale h4-d8 und kontrolliert das Feld f6. Auch 71… Lc1 macht remis, da auf 72. e6 Kf8! folgt. 4,5 : 3,5 war der Endstand für Sodingen. Da aber Gerresheim gegen Iserlohn ebenfalls 4,5 : 3,5 gewann, war auch Niederkassel gerettet und belegte in der Abschlußtabelle den 6. Platz.

Waldschmidt - Rybarczyk 21wDie spannendsten Stellungen entstanden für mich in der Partie Waldschmidt – Rybarczyk. Georg hatte eine sehr gute Stellung aufbauen können, allerdings hatte er nach dem 20. Zug nur noch 5 Minuten gegen 35 Minuten des Gegners. Jetzt hätte 21. Ld8! gewonnen, denn auf 21… Db7 gewinnt Weiß nach 22. Sxg6 Lg7 23. Sf4 Sd7 24. Sh5 Db5 25. Dg4 wegen des Mattangriffs die schwarze Dame. Stattdessen entschied er sich für 21. Sd5!? Lxd5 22. Txd5 Sd7 23. Tfd1 Sb6? 24. Ld8! Dc6Waldschmidt - Rybarczyk 25w Diese Stellung ist für Weiß gewonnen, wenn er jetzt mit 25. Lxb6 fortsetzt. 25… Dxb6 26. Td7 Tf8 27. Lxf7+ Txf7 28. Txf7 Kxf7 29. Txd7 Ke6 30. De7+ und Weiß gewinnt die Dame oder setzt Matt.Waldschmidt - Rybarczyk 30 Variante Stattdessen spielte er 25. Td6? Lxd6 35. Lxf7 Kxf7 27. Df6+ Kg8 28. Txd6 Sd7 29. Txc6 und mußte ums Remis kämpfen.

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