NRW-Klasse 7. Runde: SK Münster 32 vs Iserlohn 9½ – 6½

Gestern spielten in der 7. Runde der NRW-Klasse Gruppe 2 der SK Münster 32 I gegen den SK Königsspringer Iserlohn sowie in der Gruppe 1 der SK Münster 32 II gegen den SV Letmathe. Die Rollen waren klar verteilt. SK 32 I strebt den Wiederaufstieg in die NRW-Liga an und hatte trotz mehrerer „Ersatzspieler“ einen deutlichen DWZ-Vorteil vor allen an den hinteren Brettern. In der anderen Begegnung war der SV Letmathe mit 5 Titelträgern (darunter Podzblitz) klarer Favorit, während SK 32 II um den Klassenerhalt kämpfte.

SK Münster 32 – SK Königsspringer Iserlohn : 6,0 – 2,0

Borrink - Schwanbeck 7sAm 8. Brett war zwischen Jörn Borrink und Christoph Schwanbeck (Iserlohn) folgende Stellung entstanden. Mit dem Doppelangriff 8. Lxb8 Txb8 9. Df4 hätte Weiß sofort eine Figur gewinnen können. Nach 8. a3 Db6? (besser 8. … Da5, denn nach 9. Lxb8 Txb8 10. Df4 Sd7 ist der Lf5 gedeckt) 9. Lxb8 war der Klotz weg. Schwarz versuchte zwar noch zu schwindeln, aber als im 17. Zug die nächste Figur einkassiert wurde, war die Aufgabe um 13 Uhr unvermeidlich.

Molinaroli - Naundorf 9w Am 2. Brett zeigte Martin Molinaroli (NRW-Meister 2010) seine taktische Gefährlichkeit gegen Maik Naundorf (Iserlohn). Nach dem optimistischen 8. … e4? (besser 8. … a6) folgte 9. d5 exf3 10. Dxf3 Ld7 11. dxc6 bxc6 12. 0-0 d5? 13. Ld3 und Weiß realisierte schnell seine Überlegenheit, da Schwarz nicht mehr zur Rochade kam, während Weiß seine Figurenstellung verstärkte. Die Schlußstellung nach dem 21. weißen Zug verdient ein Diagramm.

Molinaroli - Naundorf 21s

Scheider - Kuif 21w Am 1. Brett spielte Julian Scheider gegen den niederländischen IM Rini Kuijf. In einem Steinitz-Franzosen hatte sich nach dem 20. Zug eine Traumstellung für Schwarz ergeben, hinzu kam ein erheblicher Zeitverbrauch von Weiß und so schien der schwarze Sieg nur eine Frage der Zeit zu sein. In den nächsten 10 Zügen verschlechterte sich die weiße Stellung erheblich, da die schwarzen Bauern vorrückten und Weiß eine Qualität geben mußte. Nach 30. f5 war Schwarz am Zug.

Scheider - Kuif 30s Hier zog der der IM 30. … Sxb3 (besser 32. … Se4) 31. cxb3 Dxe2 32. Txc6 Dd1+ 33. Dc1 Dd3+ 34. Dc2 Df1+ und das Dauerschach besiegelte den Remisschluß. Jan Eric Chilla gewann am 7. Brett gegen Rene Krampe ebenso wie Peter Bollwerk gegen Jürgen Messarius, während die restlichen Partien mehr oder weniger schnell remis ausgingen. So gab es schon um 15 Uhr einen standesgemäßen 6 – 2 Sieg für die 1. Mannschaft.

SK Münster 32 II – SV Letmathe: 3½ – 4½

Hier war erheblich mehr Kampf angesagt. Obwohl die Gäste an den ersten 6 Brettern z.T. deutliche DWZ-Vorteile besaßen, waren nach einer Stunde die Stellungen ausgeglichen. Die erste Punkteteilung kam erst um 13:45 am 7. Brett zwischen Rolf Hunold (Letmathe) und Thomas Kaufhold nach einer dreimaligen Stellungswiederholung zustande.

Soukup - Kubo 16w.Am 5. Brett hatte Thomas Koubo gegen den tschechischen FM Jiri Soukup zunächst ordentlich mitgehalten, allerdings besaß er nach 15 Zügen nur noch 40 Minuten Restbedenkzeit. Hier kam er mit 16. … Se3? (16. … Sd7) vom rechten Weg ab und nach 17. Da4+ Ke7 18. Sxg5 Sxf1 19. Lxc5+ Kf6 20. Df4+ mußte er um 13:50 aufgeben, denn nach 20. … Kg7 21. Ld4 sind schwere materielle Verluste unvermeidlich. ½ – 1½

An Brett 6 hatten Heribert Kammers und Ralf Grürmann (Letmathe) bereits nach wenigen Zügen viel Zeit in einem seltenen Abspiel der Tschigorinverteidigung (D07) verbraucht. An dem Bauerngewinn hatte Weiß keine große Freude und mit den entstehenden Verwicklungen kam der Schwarze deutlich besser zurecht. Nach der Aufgabe im 25. Zug stand es um kurz nach 14 Uhr ½ – 2½.

Virnyi - Oswald 24wAllerdings kam für Münster wieder Hoffnung auf, denn am 4. Brett hatte FM Oswald (Letmathe) gegen Julius Virnyi nach 23. b3-b4 mit 23. … Db6-e6? eine Figur eingestellt. Natürlich folgte 24. Te1 und nach 24. … Le5 25. Txe5 gewann Weiß wegen der schwachen schwarzen Grundreihe eine Figur. Am 2. Brett endete die Partie zwischen Stefan Müschenich und Jan Adamski in einem gerechten Remis 1 – 3. Frank Rehfeldt verwaltete gegen den FM Laurence Webb (Letmathe) eine verteidgungsfähige Stellung und Hans-Georg Emunds am 1. Brett hielt seine Stellung gegen Karl-Heinz Podzielny zusammen. Rainer Niermann am 8. Brett stand nach einem Qualitätsgewinn gegen Sascha Pfleger (Letmathe) etwas schlechter.

Webb-Rehfeldt 37s Hier verpatzte Frank Rehfeldt mit 37. … Sc6 seine bisherige Verteidigungsleistung und nach 38. Dc5 Sd8 39. Scx4 blieb nur die Aufgabe . 1 – 4

Damit war die letzte Chance auf einen Punktgewinn dahin, denn am 1. Brett stand Podzblitz immmer noch etwas besser umd mit dem Remis im 41. Zug war um kurz nach 15 Uhr die Niederlage besiegelt 1½ – 4½. Die Münsteraner kämpften trotzdem weiter. Rainer Niermann gewann um 16:05 sein Endspiel im 63. Zug 2½ – 4½. Thomas Koubo gab im 50. Zug seine Mehrfigur für einen Mehrbauern und gewann im 58. Zug durch einen Übergang in ein gewonnenes Bauernendspiel 3½ – 4½. Damit war um 16:20 der Mannschaftskampf beendet.

An der Verpflegung soll eine lange Partie nicht scheitern – Oswald und Adamski.

Oswald Adamski

Podzielny - Emunds nach dem 20. Zug

Podzielny – Emunds nach dem 20. Zug

Stefan Müschenich schaut tief in die Stellung

Stefan Müschenich schaut tief in die Stellung

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